Weltethos Institut
Studium Lehrveranstaltungen Sommersemester 2014 Seminar: Menschenpflichten - Welche Verantwortlichkeiten verlangen Menschenrechte?

Seminar: Menschenpflichten

DozentIn Florentine Hötzel, M.A.; begleitend: Prof. Dr. Claus Dierksmaier
Zielgruppe Bachelorstudierende; Lehramtsstudierende im Hauptfach
Sprache deutsch
SWS 2
Rhythmus wöchentlich
Termine

Mittwoch, 16-18 Uhr

(Beginn: 9. April 2014)

Ort / Raum Weltethos-Institut, Hintere Grabenstraße 26, Bushaltestelle „Stadtgraben”
Max. Teilnehmer 24
Inhalt

Wozu sind wir Menschen qua unseres Menschseins verpflichtet? Was sind wir anderen Menschen schuldig? Nicht nur in unserer unmittelbaren Umgebung oder dem Staat, in dem wir leben, sondern auch in den anderen Teilen der Welt? Wie werden wir der Verantwortung für das ökologische Gleichgewicht des Planeten und für nachfolgende Generationen gerecht? Die Thematisierung dieser Fragen hat Konsequenzen für unser Denken, schafft Orientierung für unser Handeln und zeichnet damit ein Bild, welche Verantwortlichkeiten wir als Menschen gleichberechtigt neben unveräußerlichen Rechten haben.

Über Menschenrechte gibt es eine breit angelegte politische, gesellschaftliche und akademische Debatte zu Fragen ihrer Legitimation, Universalität oder Partikularität, inhaltlicher Konkretisierung und Durchsetzung. Ein Begriff der Menschenpflichten und die bedeutende Frage nach der Verknüpfung von Rechten, Pflichten und Verantwortlichkeit hingegen werden in dieser Auseinandersetzung noch unzureichend thematisiert.

In Zusammenarbeit mit dem InterAction Council legte Professor Hans Küng anknüpfend an seine Forschungsarbeiten zum Projekt Weltethos 1997 und ergänzend zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte eine Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten vor. Um die Veröffentlichung der Erklärung entspann sich eine rege Kontroverse, die das Spannungsverhältnis der Diskussion über Chancen und Grenzen eines Begriffs der Menschenpflichten deutlich macht. Grundgedanke ist die Überzeugung, dass die Anerkennung und Respektierung von Verantwortlichkeiten auch die Akzeptanz und Einhaltung der Menschenrechte fördert. Ziel der Erklärung ist es, eine kulturübergreifende Diskussionsgrundlage zu schaffen, die langfristig den Menschenrechtserklärungen vergleichbare politische und rechtliche Verbindlichkeit erlangt.

Das Seminar thematisiert allgemein die Begriffe Recht und Pflicht, fokussiert auf das Verhältnis von Rechten und Pflichten und fragt nach den Implikationen für das Konzept der Menschenrechte, bzw. Menschenpflichten. Ausgehend von den Formulierungen der Goldenen Regel („Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“) und Kants Kategorischem Imperativ (unter anderen Formulierungen, z.B. „Handle nur nach derjenigen Maxime, von der Du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“), wird ein Verständnis für die ethische, moralische und interkulturelle Dimension eines Konzepts der Menschenpflichten erarbeitet, sowie dessen Möglichkeiten und Grenzen kritisch hinterfragt. Als Fallbeispiel dient zum Abschluss die Afrikanische Charta der Menschenrechte, die im Unterschied zur europäisch-amerikanischen Tradition den Pflichtbegriff stärker betont.

Voraussetzung

Bereitschaft zur kontinuierlichen und gründlichen Lektüre der zur Diskussion gestellten Literatur, Mitarbeit sowie die Übernahme von Referaten und Stundenvorbereitungen zu ausgewählten Themen

Anmeldung

Per E-Mail – mit Angabe von Name, Adresse, Geburtsort und -datum, Matrikelnummer, Studienfach und Semesterzahl – bei Florentine Hötzel, M.A. unter
florentinehoetzel[at]web.de
(Anmeldefrist: 7. April 2014)

Leistungsnachweis

Referat/Präsentation inkl. Handout, Hausarbeit

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