Weltethos Institut
Aktuelles 
15.12.2017 15:44

„The Politics of Migration: Testing the Boundaries of Membership“

Frau Hanna Schirovsky M.A. nahm für das Institut an der Konferenz „The Politics of Migration: Testing the Boundaries of Membership“ teil, einer Kooperation des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Abteilung Ethik, Recht und Politik des Max-Planck-Instituts in Göttingen, die am 15. Dezember an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main stattfand.


Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der international besetzten Konferenz widmeten sich philosophischen Fragen und theoretischen Konzepten. Die Vortragenden beschäftigten sich mit den Folgen des Ausschlusses von Personen aus dem sie betreffenden Diskurs oder dem Zugang zu Staatsbürgerschaft sowie den damit verbundenen Privilegien der politischen Artikulation und Mitbestimmung. Francois Crépeau, der von 2011 – 2017 UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte von Migrantinnen und Migranten war, sprach über sehr praktische Erfahrungen und Voraussetzungen für langfristige Lösungen: Eine gelingende Integration von Geflüchteten, die er in einem Wandel der Geisteshaltung sieht, ermögliche uns, Vorurteile und binäre Gegenüberstellungen zu überwinden, die bislang die Begegnung mit den „neuen Fremden“ prägen. Er legte eindrücklich dar, dass die Angst vor dem "Anderen", der sich von einem Kontinent zum nächsten bewegt, die Menschheitsgeschichte durchzieht. Würden wir jedoch, so Crépeau, akzeptieren, dass Migration in der DNA eines jeden Menschen angelegt ist und als Überlebensstrategie und natürliche Reaktion auf eine sich verändernde Umwelt, auf Naturkatastrophen, Dürreperioden und gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Menschen oder Staaten legitim und altbewährt ist, würden wir erkennen, dass alle Menschen im Grunde Migrantinnen und Migranten sind. Damit wäre laut Crépeau viel gewonnen im Hinblick auf ein friedliches Miteinander auf Augenhöhe von Menschen mit verschiedenen Herkunftsgeschichten.