Weltethos Institut
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12.01.2015 11:57

Steckt unser Geld in der Krise?

Sechste Veranstaltung der Reihe „Klüger wirtschaften“ im Tübinger Weltethos-Institut am 16. Januar mit Professor Joseph Huber und Professor Karl-Heinz Brodbeck


Geld regiert die Welt, sagt man. Doch wer regiert das Geld? Regierungen drucken Banknoten und prägen Münzen. Banken vergeben Kredite und schöpfen neues Geld. Finanzmärkte beleben und zerstören ganze Länder. Bei wem liegt aber die Macht über unsere Finanzen? Wer kann sie noch beeinflussen? Machen die Entscheidungen von Unternehmern und Verbrauchern überhaupt einen Unterschied?


Mit dem Unbehagen am Geld beschäftigt sich die sechste Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Klüger wirtschaften“ des Weltethos-Instituts an der Universität Tübingen. Zwei profilierte Querdenker und Finanzexperten, Professor Joseph Huber und Professor Karl-Heinz Brodbeck, sprechen über die dunklen Seiten des Geldes. In Zukunft, sagen beide, werde das heutige Geld verschwinden. Joseph Huber plädiert in seinem Buch „Monetäre Modernisierung“ für das „Vollgeld“, bei dem Banken kein eigenes Geld schöpfen dürfen und so weniger Einfluss auf die Wirtschaft ausüben. Karl-Heinz Brodbeck stellt diese Konzeption vor und hinterfragt sie. Zusammen mit dem Direktor des Weltethos-Instituts, Professor Claus Dierksmeier und dem neuen Geschäftsführer Dr. Bernd Villhauer bilden sie das „Kritische Quartett“, das an diesem Abend für einen neuen Blick auf das Geld streitet.


„Steckt unser Geld in der Krise?“, die Veranstaltung von „Klüger wirtschaften“ findet statt am Freitag, 16. Januar 2015 um 18.15 Uhr in den Räumen des Weltethos-Instituts Tübingen (WEIT), Hintere Grabenstr. 26, 72070 Tübingen.

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Karten müssen im Vorverkauf in der Buchhandlung Gastl (Am Lustnauer Tor 7) oder im Kino Arsenal erworben werden, eine Abendkasse wird es nicht geben. Die Veranstaltung wird zudem ins Kino Arsenal, Am Stadtgraben 33, übertragen.


Als Diskussions-Anstoß dient das Buch „Monetäre Modernisierung - Zur Zukunft der Geldordnung: Vollgeld und Monetative“ von Joseph Huber, das Funktionsweise sowie Vor- und Nachteile des heutigen Geldsystems kritisch analysiert sowie das System des „Vollgeldes“ als Alternative vorschlägt. Hubers Ansatz zufolge tritt an die Stelle des Giralgeldes der Banken das vollwertige gesetzliche Geld der Zentralbanken. So sollen Wirtschaft und Geld krisensicherer und gerechter werden. Das Buch wird an diesem Abend aus akademischer Sicht von Karl-Heinz Brodbeck kritisiert, der Autor erhält danach die Möglichkeit, diese Vorstellung zu kommentieren. Abschließend diskutiert das „Kritische Quartett“ das Buch und die sich daraus ergebenden Themen mit dem Publikum.


„Klüger wirtschaften“ ist eine Veranstaltungsreihe des Tübinger Weltethos-Instituts. Seit der Erstausgabe vor etwa zwei Jahren waren unter anderem zu Gast: Heiner Geißler, Götz Werner, Sarah Wagenknecht, Max Otte, Joachim Starbatty und Christian Felber. Ziel der Veranstaltung ist es, Wege für eine ethisch sensible und klügere Wirtschaft zu finden.


Das „kritische Quartett“:

Prof. Dr. Joseph Huber ist Ökonom und Soziologe. Er lehrte von 1992 bis 2012 an der Universität Halle-Wittenberg Wirtschafts- und Umweltsoziologie. Er entwickelte das Konzept des „Vollgeldes“, das seither zahlreiche Nachahmer in Deutschland und im Ausland gefunden hat. 2009 gründete er den Verein „Monetative“, dessen Vorstandsmitglied er heute ist, und der die Verwirklichung der Idee fordert.


Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck lehrt seit 1992 Volkswirtschaftslehre, Statistik und Kreativitätstechniken an der Fachhochschule in Würzburg und der Hochschule für Politik in München. Er gibt Vorlesungen, Vorträge und Seminare über Ethik, Wirtschaft, Philosophie, Kreativität und die neuen Medien. Brodbeck ist Vorsitzender der „Fairness-Stiftung“, die sich für faires Verhalten in der Wirtschaft einsetzt und Verfasser des Standardwerks „Die Herrschaft des Geldes“.


Prof. Dr. Claus Dierksmeier, ist Philosoph und seit 2012 Direktor des Weltethos-Instituts in Tübingen. Er war Professor am Stonehill College in Boston / USA und hat als Strategieberater in Politik und Wirtschaft gearbeitet.


Dr. Bernd Villhauer ist gelernter Industriekaufmann und promovierter Philosoph. Er ist Mitbegründer des „Instituts für Praxis der Philosophie” in Darmstadt, war lange in der Verlagsbranche tätig, und ist ab 1. Januar 2015 Geschäftsführer des Weltethos-Instituts.