Weltethos Institut
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09.10.2018 08:35

Geschäftsführer "on the road"

Bernd Villhauer war im August und September gefragter Gesprächspartner u.a. zu den Themen Europa und Finanzethik.


 

Europa – der lange Weg zur Einheit in der Differenz

Beim Sommerempfang der SPD Tübingen am 30. August wurde das Thema „Europa“ in den Mittelpunkt gestellt. Vor allem die europäischen Krisen, die finanziellen, politischen und psychologischen, beschäftigten die anwesenden Experten, darunter auch WEIT-Geschäftsführer Bernd Villhauer. „Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht“ erklärte er und verwies darauf, dass eine Finanz- und Rechtsgemeinschaft nur auf der Grundlage gemeinsamer Werte und in langen Aushandlungsprozessen erreicht werden kann.

Außer Dr. Villhauer sprachen - nach Begrüßung und Einleitung durch den Bundestagesabgeordneten Martin Rosemann - Prof. Hans-Jürgen Bieling, Dieter Heidtmann, Alexander Schilin und Toni Böhme. Sie erörterten vor über 200 Interessierten, wie Europa als „Problemlöser“ neu ins Bewusstsein gerückt werden könnte.

Endlich handeln für ein nachhaltiges Finanzsystem

Am 25. September fand in Frankfurt der "Zweite Sustainable Finance Gipfel" statt. Eingeladen in das Gesellschaftshaus des Palmengartens hatte der Hub for Sustainable Finance. Dieser Hub ist von der Deutschen Börse AG und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung 2017 ins Leben gerufen worden.

Auf dem Gipfeltreffen der aktiven Netzwerkakteure mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurden wichtige Aspekte zur Stärkung nachhaltiger Finanzwirtschaft, aktuelle Entwicklungen und nötige Weichenstellungen für die kommenden Monate diskutiert. Der im Mai 2018 verabschiedete Strategieplan der Europäischen Gemeinschaft („action plan on sustainable finance“) gibt den Bemühungen zusätzliche Schubkraft und sorgt (hoffentlich) für eine bessere Koordinierung der verschiedenen Initiativen.

„Wir brauchen nun konkrete Verpflichtungen und Selbstverpflichtungen in Wirtschaft und Politik“ sagte Dr. Bernd Villhauer, der zum Gipfel eingeladen war. „Die Europäische Gemeinschaft kann durch eine konsequente Politik gegenüber unethischen Anlagen dazu beitragen. Wohlmeinendes Gerede haben wir genug gehört.“

Was macht die Digitalisierung mit uns?

Es gibt nicht nur eine Digitalisierung, sondern viele verschiedene – technische, kulturelle, ethische, ästhetische , politische ... und noch einige mehr. Das stellte Bernd Villhauer am 26. September bei einem Vortrag in Rottenburg klar; in der Stadtbibliothek sprach er im Rahmen des Weiterbildungsprogramms für Ehrenamtliche.

"Wir werden die große Aufgabe und Herausforderung der Digitalisierung nicht meistern, wenn wir sie nur über die neuen Geräte und Services zu verstehen versuchen, wenn wir nur Benutzeroberflächen und Spracherkennung verstehen. Digitalisierung ist ein Prozess mit kulturellen und ethischen Auswirkungen. Um zu verhindern, dass sich ein wachsender Teil der Bevölkerung von den Innovationswellen ausgegrenzt fühlt, muss in Wirtschaft und Politik genau dies gemeistert werden: eine Digitalisierung mit menschlichem Antlitz.", so Villhauer. Die Angst vor den damit verbundenen Herausforderungen möchte er den Anwesenden nehmen.

Der Schwarzwälder Bote berichtete ausführlich über den Vortrag und die anschließende angeregte Diskussion.

 

Weltethos und Weltdiplomatie: Wolfgang Ischinger zu Besuch in Tübingen

„Welt in Gefahr. Deutschland und Europa in unsicheren Zeiten“, so lautet der Titel des neuen Buches von Botschafter Wolfgang Ischinger. Als Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, früherer Botschafter in Washington und erfahrener Diplomat auf vielen Ebenen weiß er, wovon er spricht: Die Gefahr großer militärischer Auseinandersetzungen wächst!

Wie in der deutschen und europäischen Politik damit umgegangen werden kann und ob die Ethik denn noch eine Rolle spielt, das wollte Bernd Villhauer im Gespräch mit ihm herausfinden. Das Weltethos-Institut, die Buchhandlung Osiander und das Deutsch-Amerikanische Institut hatten am 8. Oktober zur Besprechung seines Buches eingeladen ein.

Das Gespräch verlief sehr angeregt. So erzählte Ischinger von seinem ersten Arbeitstag als deutscher Botschafter in Amerika, dem 11. September 2001.

 

Texte: Bernd Villhauer
Fotos: Felix Müller, Martin Rosemann, (c) Frau Staubach, WEIT, (c) Econ Ullstein